Beim Umbau, einer Renovierung oder Altbau-Sanierung kann viel Bauschutt anfallen. Wie setzt er sich zusammen, wie muss man ihn entsorgen und was ist eigentlich mit versteckten Gefahrstoffen?

Bei umfangreichen Renovierungen oder Sanierungen fallen meist große Mengen Bauschutt an, die richtig und angemessen entsorgt werden müssen. Natürlich geht es dabei nicht um die Bruchstücke und Mörtelreste zweier schadhafter Fliesen, solche sehr geringen Mengen können über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Bei aufwändigeren Umbauten sieht das anders aus – wenn zum Beispiel Boden- und Wandfliesen komplett ausgetauscht oder neue Durchbrüche für Türen oder Fenster in Wände geschlagen wurden.

Bauschutt und Baumischabfälle

Die Materialien, die auf einer Baustelle anfallen, unterscheidet man in Bauschutt und Baumischabfall. Bauschutt setzt sich aus mineralischen Abfällen zusammen wie beispielsweise Beton, Ziegel, Backsteine, Fliesen, Mauerwerk oder Sand, aber auch Keramik, Toilettenschüsseln und Waschbecken fallen in diese Kategorie. Baumischabfälle bestehen hingegen aus mineralischen und nicht-mineralischen Abfällen und sind in der Entsorgung teurer. Darunter fallen unter anderem Glas, Bauholz, Altmetall, Kabel, PVC, Tapeten, Dämmstoffe, Türen oder Fenster. Reiner Bauschutt, der nicht mit Schad- oder Fremdstoffen vermischt ist, kann übrigens hervorragend recycelt werden. In einer Brecheranlage werden die mineralischen Abfälle zerkleinert, oft sogar pulverisiert, und als Beimischungen für Beton oder als Unterbaumaterial im Straßenbau wiederverwendet.

Entsorgung von Bauschutt

Am einfachsten ist es, für den Bauschutt einen Container zu bestellen. Diese kann man in verschiedenen Größen mieten, je nach Aufwand der Umbauarbeiten. Deshalb sollte man vorher ungefähr abschätzen können, wie viel Abfall anfällt, um den richtigen Container bestellen zu können. Seit 1996 gibt es in Deutschland das “Kreislauf-Wirtschafts- und Abfallgesetz”, das die Entsorgung regelt. Ob im Container oder als Wagenladung – den Großteil des Bauschutts kann man bei den örtlichen Recyclinghöfen abgeben. Einige wenige Abfallarten dürfen auch über den Hausmüll entsorgt werden. Am besten informiert man sich vor Ort beim zuständigen Amt für Abfallwirtschaft. Viele Städte bieten außerdem Broschüren oder Webseiten mit den nötigen Informationen zum Thema Bauschuttentsorgung an.

Tapetenreste können beispielsweise meist über den Hausmüll entsorgt werden, oder aber, bei größeren Mengen, in stadteigenen Müllsäcken an den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Kniffliger sind Gipsplatten und Metallprofile aus nichttragenden Wänden zu entsorgen. Die Profile aus Altmetall können am Wertstoffhof abgegeben werden, die Gipsplatten hingegen dürfen nicht in den Hausmüll und auch der Recyclinghof ist die falsche Adresse – stattdessen müssen sie gesondert zu einer Deponie oder einem Entsorgungsbetrieb gebracht werden. Befinden sich Dämmstoffe wie etwa Mineralwolle zwischen den Gipsplatten, sollten diese staubdicht in Säcken verpackt ebenfalls zur Deponie gebracht werden.

Entsorgung von Gefahrstoffen

Bei der Entsorgung von Gefahrstoffen wie Asbest muss man sich an die Sicherheitsregeln halten. Asbest, ein Stoff, der als krebserregend gilt, wurde seit den 1960er großflächig verbaut und eingesetzt. Erst seit 1993 sind in Deutschland Asbest und asbesthaltiges Material verboten. Insbesondere die bei der Sanierung oder Renovierung von Altbauten zu entsorgenden asbesthaltigen Platten dürfen daher keinesfalls gebrochen oder beschädigt werden, da sonst die krebserregenden Fasern freigesetzt werden. Schutzanzug, Gesichtsmaske, Schutzbrille und Handschuhe sind beim Umgang mit Asbest-Elementen zwingend – zum Transport eignen sich Spezialbehälter oder abgedichtete Säcke. Am sichersten ist es aber, ein Spezialunternehmen für diese Arbeiten zu beauftragen.

Auch Holz, das mit Farben, Lacken oder Holzschutzmitteln behandelt ist, kann nicht einfach wiederverwertet oder im eigenen Kamin verbrannt werden. Durch die hohe Schadstoffbelastung ist es fällig für die Deponie. Zudem sollte man darauf achten, dass der Container vor dem Haus über Nacht mit einer Plane gesichert wird, damit kein Anderer sein Bauholz oder alte Farbeimer darunter schmuggelt. Sonst zahlt man mehr für die Entsorgung, weil aus dem Bauschutt gemischte Bauabfälle geworden sind.

Gut zu wissen

■ Da einige Baustoffe giftige Stoffe enthalten können und auch der Staub schädlich für die Lunge sein kann, sollten Maske und Handschuhe getragen werden.
■ Es lohnt sich, Entsorger und Wertstoffhöfe miteinander zu vergleichen, da die Entsorgungskosten unterschiedlich kalkuliert werden.
■ Bauschutt-Container kann man in verschiedenen Größen mieten – mit einem Volumen von 5, 10, 15 oder 30 Kubikmetern.
■ Rigips, Ytong oder Fermacell gehören nicht zum Bauschutt sondern müssen über einen Container für Gips- und Porenbeton entsorgt werden.


Quelle: bauemotion.de

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